Die Straßenbahn Freiburg ist seit 125 Jahren das Rückgrat des Nahverkehrs in der Stadt. Am 14. Oktober 1901 fuhr die erste elektrische Bahn durch die Straßen, und 2026 begeht der Betreiber, die Freiburger Verkehrs AG (VAG), das Jubiläum „125 Jahre Straßenbahn in Freiburg“. Die Tram Freiburg verbindet heute mit fünf Linien die Stadtteile im Takt von 7,5 Minuten, ergänzt durch 26 Buslinien.
Für Gäste ist die Tram Freiburg meist das bequemste Verkehrsmittel. Die Haltestellen sind fast überall stufenlos, die Bahnen kommen oft, und mit einer Tageskarte lässt sich ein ganzer Ausflugstag ohne Auto planen. Dazu kommt eine Besonderheit: Die VAG vermietet eine kleine Flotte alter Wagen, und die historische Straßenbahn fährt bis heute zu besonderen Anlässen. Die folgenden Abschnitte ordnen Linien, Tickets und Geschichte so, dass sich eine erste Fahrt ohne langes Suchen planen lässt.
Die Straßenbahn Freiburg in Zahlen
Laut VAG umfasst das Stadtbahnnetz der Straßenbahn Freiburg 76,5 Kilometer, davon liegen 42 Prozent auf Rasengleis. Es gibt 76 Haltestellen, von denen 73 stufenlos erreichbar sind, und 76 Stadtbahnfahrzeuge. Die Angaben unterscheiden sich allerdings je nach Quelle deutlich. Die deutschsprachige Wikipedia nennt eine Streckenlänge von 35,7 Kilometern und 78 Haltestellen, und welche Messweise hinter der Zahl der VAG steckt, geht aus deren eigener Darstellung nicht hervor.
Zusammen mit den Bussen zählt die VAG rund 81,6 Millionen Fahrgäste im Jahr. Das Unternehmen wurde 1974 gegründet und gehört zum Regio-Verkehrsverbund Freiburg (RVF). Betrieben werden alle Linien vom Betriebshof West aus. Gefahren wird auf Meterspur, also mit 1.000 Millimetern Spurweite. Am schnellsten ist die Bahn auf der Strecke nach Günterstal, wo sie bis zu 62 km/h erreicht.
Die fünf Linien und ihre Endpunkte
Das Netz besteht aus fünf Linien. Die Übersicht zeigt ihre Endpunkte nach dem Stand des Fahrplanwechsels vom 15. Dezember 2024:
| Linie | Endpunkte |
|---|---|
| 1 | Littenweiler (Laßbergstraße) und Landwasser (Moosweiher) |
| 2 | Günterstal (Dorfstraße) und Brühl (Hornusstraße) |
| 3 | Zähringen (Gundelfinger Straße) und Haid (Munzinger Straße) |
| 4 | Messe Freiburg und Vauban (Innsbrucker Straße) |
| 5 | Rieselfeld (Bollerstaudenstraße) und Europaplatz |
Laut VAG fahren alle fünf Linien im Grundtakt von 7,5 Minuten, wer eine Bahn verpasst, wartet also selten lange. Die einzelnen Linien sind je nach Quelle rund 6 bis 10 Kilometer lang. Aus den Endpunkten lassen sich einige Ziele direkt ablesen: Die Linie 4 verbindet die Messe Freiburg mit dem Stadtteil Vauban, den sie seit April 2006 anbindet. Die Linie 5 fährt seit 1997 ins Rieselfeld, und die Linie 2 endet in Günterstal. Vauban und Rieselfeld gelten als Vorzeigeviertel der ökologischen Stadtplanung, mehr dazu auf der Seite über Vauban, Rieselfeld und die Solararchitektur.
Welche Linien am Hauptbahnhof oder in der Innenstadt halten, zeigt am zuverlässigsten der aktuelle Liniennetzplan der VAG. Ein Blick darauf vor der ersten Fahrt lohnt sich, denn nach Neubauten wie dem Abschnitt über die Waldkircher Straße haben sich einzelne Linienwege in den vergangenen Jahren verändert.
Tickets für Straßenbahn und Bus
Die Tickets gelten im Tarif des RVF, ein Fahrschein deckt also Bahn und Bus gleichermaßen ab. Laut VAG kostet ein Einzelfahrschein ab 2,70 Euro, die Kurzstrecke über höchstens drei Haltestellen 1,90 Euro. Wer ein Smartphone nutzt, kann auch das Check-in-Ticket wählen. Es kostet 1,37 Euro Grundpreis plus 0,32 Euro je gefahrenem Kilometer. Alle Preise auf dieser Seite: Stand September 2026, Preise können sich ändern.
Tageskarten für Ausflüge
Eine Tageskarte macht aus der Straßenbahn eine Stadtrundfahrt nach dem Hop-on-Hop-off-Prinzip: aussteigen, wo etwas lockt, und mit der nächsten Bahn weiterfahren, so oft man will. Wer mehr als zweimal am Tag fährt, ist mit einer Tageskarte meist besser bedient. Laut RVF kostet die Tageskarte Solo+ für eine Zone 7,20 Euro, die Duo+ 10,90 Euro und die Gruppenkarte für bis zu fünf Personen 14,30 Euro; für zwei oder drei Zonen steigen die Preise entsprechend. Solo+ und Duo+ schließen bis zu vier Kinder zwischen 6 und 14 Jahren oder einen Hund ein. Die Karten gelten ab der Entwertung bis 3 Uhr morgens, am Wochenende und an Feiertagen im VAG-Netz sogar bis 5 Uhr. Beim Kauf über App oder online gewährt der Verbund 4 Prozent Rabatt.
WelcomeKarte, RegioKarte und Deutschland-Ticket
Für Gäste gibt es die WelcomeKarte. Sie gilt drei Tage in allen öffentlichen Verkehrsmitteln im RVF-Gebiet und schließt eine Berg- und Talfahrt mit der Schauinslandbahn sowie freien Eintritt in die Städtischen Museen ein. Erwachsene zahlen laut VAG 27 Euro, Kinder bis 14 Jahre 16 Euro. Mehr zu Museen, Tourist-Information und Sehenswürdigkeiten steht im Überblick zum Tourismus in Freiburg. Wer länger bleibt, rechnet mit der Monatskarte RegioKarte Basis für 78,10 Euro. Das Deutschland-Ticket führt die VAG als bundesweit gültige persönliche Monatskarte für 63 Euro, es gilt also auch in den Freiburger Bahnen.
Welche Tickets sich für Gäste rechnen
Digital gekaufte Tickets sind etwas günstiger, weil der RVF beim Kauf über App oder online die erwähnten 4 Prozent abzieht. Die WelcomeKarte verkauft unter anderem die Tourist-Information am Rathausplatz. Ob sie sich gegenüber einzelnen Tageskarten lohnt, hängt vom Programm ab: Drei Tageskarten Solo+ für eine Zone kosten zusammen 21,60 Euro, die WelcomeKarte 27 Euro. Stehen Schauinslandbahn und Museen auf dem Plan, gleicht sich der Unterschied schnell aus. Wer dagegen nur innerhalb der Stadt mit der Straßenbahn Freiburg fährt, kommt mit Tageskarten günstiger weg. Für Aufenthalte von einem Monat sind RegioKarte oder Deutschland-Ticket die naheliegenden Tickets.
Fahrräder gehören in Freiburg normalerweise nicht in Bahn und Bus. Vom 1. Oktober 2026 bis März 2027 läuft laut VAG ein Pilotversuch: Nach 22 Uhr dürfen Räder kostenlos mit, Rollstühle und Kinderwagen haben dabei Vorrang. Tagsüber ist das Rad ohnehin oft schneller, Routen und Leihräder stehen unter Radtour Freiburg.
Geschichte seit 1901
Als die Straßenbahn Freiburg am 14. Oktober 1901 den Betrieb aufnahm, war sie der vierte Straßenbahnbetrieb im Großherzogtum Baden, und sie fuhr vom ersten Tag an elektrisch. Im selben Jahr wurde das Schwabentor nach Plänen von Carl Schaefer aufgestockt, die Arbeiten waren zum Eröffnungstag der Bahn abgeschlossen. Bis heute gehört es zu den vier historischen Stadttoren im deutschsprachigen Raum, durch die noch Straßenbahnen fahren.
Die Strecke nach Günterstal wird seit 1903 im Zehn-Minuten-Takt befahren, 1905 entstand die erste Wendeschleife. 1959 kamen die GT4-Wagen, im Volksmund „Sputnik“ genannt, mit denen der Einmannbetrieb möglich wurde. Bis 1981 verschwanden die Schaffner ganz aus den Wagen. 1983 hob die VAG die Fahrspannung auf 750 Volt an.
Die wichtigste Weichenstellung fiel 1972. Damals entschied der Gemeinderat, die Straßenbahn zu erhalten und auszubauen, statt sie stillzulegen. Der Ausbau seit 1980 wird heute als Beispiel für die Renaissance der Straßenbahn in Deutschland beschrieben. Auch beim Tarif ging Freiburg eigene Wege: Am 24. Juli 1984 führte der Gemeinderat die übertragbare Umweltschutzkarte für 38 D-Mark im Monat ein. Seit dem 1. September 1991 gilt sie als Regio-Umweltkarte auch im Umland, heute heißt sie RegioKarte.
Neue Strecken seit 2015
Im Dezember 2015 ging die Verlängerung zur Messe und Universität in Betrieb. Am 16. März 2019 folgte die Stadtbahn Rotteckring, seit dem 13. Dezember 2020 fahren die Bahnen zum Europa-Park-Stadion des SC Freiburg, und am 14. Juni 2023 wurde die Strecke über die Waldkircher Straße umgelegt. Geplant sind weitere Abschnitte nach Dietenbach (2026 bis 2028), von der Laßbergstraße zum Kappler Knoten (2027 bis 2028) und vom Fahnenbergplatz zur Robert-Koch-Straße (2030 bis 2031). St. Georgen und Gundelfingen werden als längerfristige Ziele diskutiert.
Im Linienbetrieb sind heute Gelenktriebwagen der Typen GT8N, GT8Z, Combino Basic, Combino Advanced und Urbos unterwegs. Die meisten davon sind ganz oder teilweise niederflurig, und die meisten Bahnsteige liegen auf 24 Zentimetern Höhe. Zusammen mit den stufenlosen Haltestellen ist die Tram Freiburg damit für Rollstühle und Kinderwagen weitgehend zugänglich. Bei der genauen Zahl der Fahrzeuge weichen die Quellen voneinander ab.
Historische Straßenbahn: Oldtimer, Partywagen und Sonderfahrten
Neben dem Linienverkehr vermietet die VAG historische und umgebaute Wagen für Sonderfahrten. Die bekannteste historische Straßenbahn der Stadt ist der Triebwagen TW 56 aus dem Jahr 1927, mit Holzinterieur und Längsbänken. Zum Auftakt des Jubiläumsjahres fuhr er am 5. Februar 2026 kostenlos zwischen Europaplatz und dem Klosterplatz in Günterstal. Zusammen mit dem Beiwagen BW 135 von 1953 bildet er einen historischen Zug. Der Beiwagen steht laut VAG allerdings seit dem 23. Oktober 2024 wegen Reparaturen an den Rädern still.
GT4 121 „Partywagen“
Für Feiern hält die VAG den GT4 121 bereit, den sie als „Partywagen“ führt. Der Wagen wurde 1968 von der Waggonfabrik Rastatt gebaut und 1995 für Sonderfahrten umgebaut. An Bord finden bis zu 31 Personen Platz, dazu kommen zwei Garderoben, eine Bar mit Kühlschrank, eine Musikanlage für CD und USB sowie Sitzecken. Laut VAG kostet die erste Stunde 482 Euro, jede weitere Stunde 106 Euro; Extras schlagen mit 15 bis 50 Euro zu Buche. Größere Gesellschaften mit bis zu 58 Personen passen in die „PEPSI-Tram“, einen GT8 E 212 aus dem Jahr 1983 mit Tischen, Bar und Musikanlage.
Wer eine Fahrt storniert, zahlt laut VAG je nach Zeitpunkt einen Teil des Preises: 25 Prozent bei 30 Tagen oder mehr vor dem Termin, 50 Prozent bei 14 bis 29 Tagen. Unter 14 Tagen wird der volle Betrag fällig. Wer die historische Straßenbahn für eine eigene Feier nutzen möchte, fragt über die Seite der VAG zu Sonderfahrten an. Sie sollten eine Sonderfahrt also erst anfragen, wenn der Termin feststeht.
Freunde der Freiburger Straßenbahn
Um die Oldtimer kümmern sich die Freunde der Freiburger Straßenbahn (FdFS). Der Verein restauriert historische Straßenbahnwagen und Omnibusse und stellt seine Fahrzeuge im historischen Betriebshof Süd an der Urachstraße in der Wiehre unter. Dort steht auch der Originalwagen von 1901, Wagen 2. Er ist erhalten, fährt aber nicht mehr. Zum 125. Geburtstag der Bahn luden VAG und FdFS am 26. und 27. September 2026 zu einem Jubiläumsfest in den Betriebshof Süd ein, bei freiem Eintritt. Die historische Straßenbahn steht dann im Mittelpunkt eines Jahres, das bereits im Februar mit Sonderfahrten begonnen hat.
Mit der Tram Freiburg die Stadt erkunden
Für einen ersten Tag reicht eine Tageskarte Solo+ oder, bei mehreren Tagen, die WelcomeKarte. Damit sind die Bahnen ins Rieselfeld, nach Vauban oder nach Günterstal abgedeckt, und bei der WelcomeKarte ist die Fahrt mit der Schauinslandbahn bereits enthalten. Wer lieber zu Fuß mit Begleitung unterwegs ist, findet auf der Seite zur Stadtführung in Freiburg die öffentlichen Rundgänge durch die Innenstadt.
Mit der Tram Freiburg kommen Sie außerdem ohne Umwege zu vielen weiteren Zielen, die auf der Übersicht zu Aktivitäten in Freiburg gesammelt sind. Wer die Straßenbahn Freiburg nur für eine einzige Fahrt zum Kennenlernen nutzen möchte, nimmt die Bahn Richtung Günterstal: Auf dieser Strecke erreicht sie ihre Höchstgeschwindigkeit von 62 km/h, und im Zehn-Minuten-Takt fuhr man hier schon 1903.