Eine Radtour Freiburg ab Hauptbahnhof braucht wenig Vorbereitung. Die Stadt zählt neben Münster und Karlsruhe zu den drei großen Fahrradstädten Deutschlands, und das Netz ist entsprechend dicht: rund 195 Kilometer getrennte Radwege, dazu Radfahrstreifen, Schutzstreifen und etwa 10 Kilometer Fahrradstraßen. Über die Wiwilibrücke hinter dem Bahnhof rollen an einem normalen Tag mehr als 17.000 Radfahrende.
Wer mit dem Rad ankommt oder eines leiht, bewegt sich also im Hauptstrom und nicht am Rand. Diese Seite sammelt, was für Gäste zählt: Zahlen zum Radverkehr, das Leihsystem Frelo, den Weg entlang der Dreisam, eine Runde durch die Stadt und den Sprung ins Umland.
Fahrradstadt Freiburg: was die Zahlen sagen
Die Studie Mobilität in Deutschland 2023, deren Freiburger Ergebnisse im März 2025 veröffentlicht wurden, kommt auf einen Radanteil von 33 Prozent aller Wege. Das ist ein Plus von zehn Punkten gegenüber 2017 und der höchste Wert unter allen untersuchten Städten. Knapp die Hälfte der Arbeitswege, 49 Prozent, wird demnach mit dem Rad zurückgelegt. Die Wikipedia-Übersicht zum Radverkehr in Freiburg nennt einen etwas niedrigeren Anteil von 31 Prozent. Je nach Quelle ist es also knapp oder gut ein Drittel.
Seit April 2023 baut die Stadt das Konzept RadNETZ plus aus. Es sieht vier Radschnellverbindungen vor, nach Emmendingen und Waldkirch, nach Kirchzarten, nach Bad Krozingen und nach Breisach, dazu acht Vorrangrouten. Innerhalb der Stadt verläuft die Route FR2 von Nord nach Süd und kommt weitgehend ohne Ampeln aus. Für Besucher sind solche Achsen praktisch, weil sie zügig aus dem Zentrum hinausführen, ohne dass man sich durch Seitenstraßen tasten muss.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Radanteil an allen Wegen | 33 % | Mobilität in Deutschland 2023 |
| Radanteil (alternative Angabe) | 31 % | Wikipedia, Radverkehr in Freiburg |
| Arbeitswege mit dem Rad | 49 % | Mobilität in Deutschland 2023 |
| Getrennte Radwege | rund 195 km | Wikipedia, Radverkehr in Freiburg |
| Radfahrende auf der Wiwilibrücke | über 17.000 pro Tag | Wikipedia, Radverkehr in Freiburg |
Frelo: Leihräder in Stadt und Region
Das öffentliche Leihradsystem heißt Frelo. Es läuft seit Mai 2019, technisch betrieben von nextbike aus Leipzig, Vertragspartner ist die Freiburger Verkehrs AG (VAG) gemeinsam mit dem Regio-Verkehrsverbund Freiburg. Die Registrierung ist kostenlos und läuft über die App VAG mobil oder die nextbike-App. Man leiht an einer Station und gibt das Rad an derselben oder an einer beliebigen anderen Station zurück.
Zur Flotte gehören normale Räder, elektrisch unterstützte E-Frelos und Lastenräder, die an eigenen Frelo-Plus-Stationen stehen. Die Angaben zur genauen Größe gehen auseinander: VAG und Wikipedia zählen Räder und Stationen unterschiedlich. Sicher ist, dass weit über tausend Räder an deutlich mehr als hundert Stationen bereitstehen, seit März 2026 auch in Gemeinden der Region. Studierende fahren die erste halbe Stunde auf normalen Rädern kostenlos.
Das E-Frelo lohnt sich vor allem, wenn die Radtour Freiburg-Kirchzarten mit einem Abstecher in die Hänge des Dreisamtals enden soll. Auf der flachen Strecke entlang des Flusses reicht ein normales Rad.
Der Dreisamuferweg: am Fluss aus der Stadt
Die Dreisam fließt quer durch Freiburg und speist nebenbei die berühmten Bächle der Altstadt. Entlang ihres Ufers verläuft der Dreisamuferweg, der von Freiburg bis Kirchzarten-Bruckmühle führt. Er ist Teil des Dreisamtal-Radwegs, einer Runde von etwa 30 Kilometern über Kirchzarten, Oberried, Buchenbach und Stegen.
Für eine Radtour Freiburg-Kirchzarten ist das die naheliegende Wahl. Der Weg bleibt am Wasser, trennt Rad- und Autoverkehr und bringt Sie ohne großen Aufwand vom Stadtrand an den Fuß des Schwarzwalds. Wer die ganze Dreisamtal-Runde fährt, hat eine halbtägige Tour mit Blick auf die Höhenzüge rund um das Tal. Wer weniger Zeit hat, dreht in Kirchzarten um und fährt denselben Weg am Fluss zurück.
Radtour Freiburg: eine Runde durch die Stadt
Eine feste, ausgeschilderte Stadtrunde gibt es nicht. Aus bekannten Orten lässt sich aber leicht eine eigene zusammenstellen. Der folgende Vorschlag verbindet Bahnhof, Altstadtrand, Fluss und das Solarviertel im Süden.
- Radstation am Hauptbahnhof: ein runder Bau mit Platz für mehr als 1.000 Räder, guter Treffpunkt und Startpunkt.
- Wiwilibrücke und Stühlinger: über die meistbefahrene Radbrücke der Stadt in den Stühlinger, wo das 2017 fertiggestellte Rathaus als Netto-Nullenergie-Gebäude steht.
- Altstadtrand: Martinstor und Schwabentor sind zwei der alten Stadttore, durch das Schwabentor fährt sogar die Straßenbahn. Für Münster und Bächle stellt man das Rad am besten ab und geht zu Fuß weiter.
- Dreisam: vom Schwabentor ist der Fluss schnell erreicht. Ein Stück am Ufer entlang Richtung Osten, dann zurück.
- Vauban: im Süden liegt das autoarme Quartier mit der Solarsiedlung am Schlierberg, dem Sonnenschiff und dem drehbaren Heliotrop des Architekten Rolf Disch.
Mehr zum Hintergrund der Solarbauten steht auf der Seite zur Green City Freiburg mit Vauban und Rieselfeld. Die Runde lässt sich auch umdrehen oder um den Seepark im Westen erweitern. Das je nach Quelle 32 bis 35 Hektar große Gelände um den Flückigersee, einen ehemaligen Baggersee, entstand für die Landesgartenschau 1986 und hat mit dem Japanischen Garten, einem Geschenk der Partnerstadt Matsuyama, ein ruhiges Ziel für eine Pause. Von dort führt der Weg über Betzenhausen zurück Richtung Bahnhof.
E-Bike: Umland und Steigungen
Freiburg selbst ist weitgehend flach, das Umland nicht. Schon der Schlossberg direkt über der Altstadt misst gut 456 Meter, und dahinter beginnt der Schwarzwald. Hier spielt das E-Bike seine Stärke aus: Die Radschnellverbindungen nach Kirchzarten oder Bad Krozingen sind flach, doch wer von dort in die Seitentäler oder Richtung Höhen abbiegt, freut sich über Unterstützung. Das E-Frelo aus dem Leihsystem deckt kürzere Abstecher ab. Für ganze Tagestouren mit viel Höhe ist ein eigenes E-Bike oder ein länger gemietetes Rad die bequemere Wahl.
Wer eher Trails als Radwege sucht, findet am Rosskopf und am Schauinsland ein eigenes Revier. Die Seite Mountainbike im Schwarzwald rund um Freiburg beschreibt den Borderline-Trail und die Regeln dort.
Fahrrad in Straßenbahn und S-Bahn
In den Freiburger Straßenbahnen und Stadtbussen ist die Mitnahme von Fahrrädern grundsätzlich nicht erlaubt. Die VAG testet allerdings eine Lockerung: In einer Pilotphase vom 1. Oktober 2026 bis März 2027 dürfen Räder nach 22 Uhr kostenlos mit in die Straßenbahn. Rollstuhlfahrende und Kinderwagen haben dabei Vorrang. Alles Weitere zu Linien und Tickets steht auf der Seite zur Straßenbahn in Freiburg.
Anders sieht es in den Regionalzügen aus. Laut Stadt Freiburg fahren Räder im RVF-Gebiet auf allen S-Bahn-Linien und auf der Rheintalbahn kostenlos mit, sofern Platz ist. Ausnahme sind Werktage zwischen 6 und 9 Uhr, dann braucht das Rad ein eigenes RVF-Ticket. In Ersatzbussen ist keine Mitnahme möglich.
Ins Umland: Kaiserstuhl und Tuniberg
Das bekannteste Ziel für Tagesausflüge liegt rund 16 Kilometer nordwestlich: der Kaiserstuhl, ein kleines Gebirge vulkanischen Ursprungs mit Lössterrassen und Weinbergen. Der ausgeschilderte Kaiserstuhl-Radweg umrundet ihn auf je nach Quelle 61 bis 64 Kilometern und ist bis auf den Abschnitt am Tuniberg fast flach.
Für eine Radtour Freiburg-Breisach bietet sich eine Kombination an: mit der S1 über Gottenheim und Ihringen nach Breisach fahren, dort aufs Rad steigen und die Runde nach Belieben abkürzen, denn an mehreren Bahnhöfen entlang der Strecke geht es zurück. Details zu Route, Weinorten und Anreise sammelt die Seite zur Radtour am Kaiserstuhl. Wer an einem Werktag früh aufbricht, sollte die Sperrzeit zwischen 6 und 9 Uhr einplanen und erst danach mit dem Rad in den Zug steigen, sonst wird ein zusätzliches Ticket fällig.
Weitere Ideen für Tage ohne Rad finden sich auf der Übersicht zu Aktivitäten in Freiburg.